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1941 - 1950

  • Pfr. Josef Lang

Das hässliche Gesicht des Nationalsozialismus und die Rückkehr zur Normalität nach Kriegsende. Glocken müssen für Kriegszwecke abgegeben werden und die Neubeschaffung gestaltet sich kurios und abenteuerlich. Vieles muss repariert und instand gesetzt werden, kirchliche Feste und Jubiläen werden wieder begangen. Die Kinderbaracke wird von der Pfarrei übernommen. Pfarrer Josef Lang verstirbt mit 62 Jahre und die Neubesetzung der Pfarrei wird ausgeschrieben.

Pfr. Josef Lang, vorher Pfarrer in Teisnach, wird neuer Pfarrer in Steinweg. 1939 wurde Pfarrer Lang nach einer Hausdurchsuchung durch die Gestapo mit einer Geldstrafe von 240  RM belegt, die ihm später im Rahmen einer Amnestie wieder erlassen wurde.

Der Nationalsozialismus zeigt sein hässliches Gesicht

1942 müssen 3 Kirchenglocken für den Krieg abgeliefert werden. Über ihren Verbleib ist nichts bekannt. Geblieben ist die kleinste Glocke, die dem Hl. Konrad geweiht ist.

1944 wird Pfarrmesner Franz Xaver Berger von der Gestapo verhaftet und 3 Wochen im Amtsgerichtsgefängnis Regensburg festgehalten. Es wird ihm vorgeworfen: 
Teilnahme an Exerzitien, Bezug des Sonntagsblattes, konfessionelle Kindererziehung, Verweigerung des Beitritts zur NSDAP, Verstoß gegen das „Heimtückegesetz“.

Nach Kriegsende kehrt wieder die Normalität ein

1945 Am 1.9. kehren die Armen Schulschwestern an die Schule zurück.

Am 5.5.1946 ist die erste Zusammenkunft der Kolpingsfamilie Steinweg nach der Unterbrechung in der Nazizeit.

Am 29. und 30. Mai 1946 gelangte in der Stadtpfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit das geistig hoch stehende marianische Weihespiel von Dr. Dimmler zur Aufführung. Leitung: Lomatsch. Der treffliche Stadtpfarrchor unter seinem neuen Chorregenten Ludwig Huber umrahmte in sinnreicher Weise das Spiel, so dass eine gute Gesamtwirkung erzielt wurde. (MZ 28.6.1946)

Reparaturen und Feste

1946 ist für die Kirche eine Ausmalung geplant, die unter der Leitung des Landesamtes für Denkmalpflege München durch geführt werden soll. (MZ 17.9.1946) Der alte Turm der Kirche ist seit ungefähr 3 Wochen eingerüstet.

Das Kirchendach wird einer Reparatur unterzogen, die sich allerdings durch die schlechte Witterung und andere Umstände verzögerte. (MZ 30.11.1946)

Am 1.6.1947 feiert Bischof Michael Buchberger ein feierliches Pontifikalamt zum Silberjubiläum der Pfarrei, musikalisch gestaltet durch die Nicolai-Messe unter der Leitung von Chorregent Huber mit dem Kirchenchor und Theaterchormitgliedern.

An Weihnachten 1947 bringt die Katholische Pfarrjugend Steinweg das Stück „Das ewige Weihnachtsecho im Zeitenstrom“ von Kaplan Hugo Jedrzyiowski zur Uraufführung.

1948/49 wird der Kreuzweg durch die Firma Brandl-Vogl renoviert. Die unansehnlich gewordene Bemalung und der Rost werden beseitigt und die Tafeln imprägniert und mit frischer Farbe versehen.

In der Zeitung wird über die Feier des Patroziniums der Kirche am 11.6.1949 berichtet: Seit alters her ist dieses kirchliche Fest mit einem Volksfest verbunden, das sich in den Räumen der Seidenplantage abspielt. Heuer zum ersten Mal nach dem Krieg. Schon um 7.00 Uhr beginnt das Frühschoppenkonzert mit Würstel- und Küchelessen. Nachmittags findet ein Gartenkonzert statt und abends ist Tanz. Soweit der Pächter Georg Hartl.

Eine abenteuerliche Reise und Installation der neuen Glocken

Am 10. und 11.10.1949 werden die neuen Glocken nach sorgfältiger Vorarbeit in Anwesenheit zahlreicher Personen aufgezogen. Die Glocken kamen alle drei in den südlichen Turm (MZ 12.10.1949). Die Glocken sind geweiht der Hl. Dreifaltigkeit, der Hl. Maria und dem Hl. Joseph. Vermutlich handelt es sich um einen Nachguss der Glocken von 1936. Die vierte noch vorhandene Glocke stammt noch aus dem Jahre 1936 und ist dem hl. Bruder Konrad geweiht.

Gegossen wurden die neuen Glocken von der Firma Schilling & Söhne in Apolda (Thüringen). Das benötigte Material musste zuerst nach Apolda geschafft werden. 
Am 27.09.1949 trafen die Glocken nach 5-tägiger LKW-Fahrt in Regensburg ein. „Wegen des ungeheuren Gewichts der Glocken liefen die Reifen des Fahrzeugs immer wieder heiß, so dass sie in Zwangspausen gekühlt und die Räder durch Aufbocken entlastet werden mussten.“

An der Zonengrenze hatten sie 6 Stunden Aufenthalt. Da nach Ansicht des sowjetischen Grenzoffiziers Gold unter den Glocken versteckt sein konnte, musste jede auf sein Geheiß hochgehoben werden.

Übernahme der Kinderbaracke

Am 1.12. 1949 übernimmt die Pfarrei von der Stadt Regensburg die Kinderbaracke in der Drehergasse 17 mit einer Fläche von 77,52 m² gegen Zahlung von 10200 DM.

Pfarrei Steinweg wird zur Neubesetzung ausgeschrieben

Am 12.12.1949 verstirbt Pfarrer Josef Lang im 62. Lebensjahr, dessen großer Wunsch ein Deckengemälde für die Kirche war.

Am 16.1.1950 wird die Pfarrei wird zur Neubesetzung ausgeschrieben. Mit 4100 Seelen gehört sie zu den kleineren Pfarreien Regensburgs. Sie hat keinen eigenen Schulbezirk. Die Kinder gehen in Steinweg, Stadtamhof und Reinhausen zur Schule. Der Pfarrklerus hat 24 Schulstunden zu erteilen. Zur Seelsorge gehört auch die Seelsorge im städtischen Lungenkrankenhaus.