1922 - 1934
- Pfr. Ferdinand Neumann
Der „Kriegerdenkmal-Bauverein Steinweg“ mit Architekt landen vor Gericht. Der Katholische Frauenbund und die Kolpingsfamilie werden gegründet. Eine neue Glocke muss her und wird aus Spenden finanziert. Letztendlich wird die Erweiterung der Osterbergkirche mit der Feststellung "... ihre äußere Erscheinung ist so unbedeutend bzw. so verdorben" genehmigt. Kurze Zeit nach der Einweihung durch Bischof Michael Buchberger verstirbt Pfarrer Neumann.
1922 wird die Kapelle erneuert und durch den Architekten Heinrich Hauberrisser in eine Kriegergedächtniskapelle umgebaut.
Erneuerung und Umbau der Kapelle zur Kriegergedächtniskapelle
Träger der Baumaßnahme war der „Kriegerdenkmal-Bauverein Steinweg“. Das alte Pyramidendach, mit Stroh, später mit Schindeln gedeckt, wurde abgebrochen und durch ein „barockes Dach aus Blech und mit einer Laterne“ ersetzt. Der Altar wurde an der Südwand der Kirche aufgestellt.
„Die Kapelle wurde seit Jahren weder für Gottesdienste oder sonstige kirchliche Zwecke genutzt. Es wurde nur altes Gerümpel darin aufgestapelt.“
Architekt und Bauverein landen vor Gericht
Architekt und Bauverein mussten sich vor Gericht verantworten, weil die Auflagen der Denkmalschutzbehörde nicht eingehalten worden waren. Eine teilweise schon ausgeführte Balustrade und ein Vorbau mussten wieder beseitigt werden. Das ebenfalls abgelehnte Blechdach wurde schließlich geduldet.
In den Altar wurde ein Gemälde von Georg Halter „Christus am Kreuz und Maria und einem liegenden Soldaten“ eingefügt. Die Figur Christi an der Martersäule wurde an der Wand angebracht. Die Statue des Hl. Johann Nepomuk wurde entfernt, das Relief mit dem Baumkreuz in die Kirche übertragen. An der Ost- und Westseite wurden jeweils zwei Steintafeln mit den Namen der gefallenen und vermissten Kriegern angebracht.
Großer Festakt zur Einweihung der Kriegergedächtniskapelle
Die Einweihung erfolgte am 29.10.1922 mit einem großen Festakt unter Beteiligung von Oberbürgermeister Hipp, Oberstleutnant von Unruh von der Reichswehr, Pfarrer Neumann und vielen anderen prominenten Gästen. Die Festversammlung fand in der Brauerei Schützenhalle statt.
1923 wird in der Kirche ein Kreuzweg aus 14 vergoldeten Holzkreuzen errichtet, weil „mit Stationsbildern die Wände des Kirchleins zu beladen würden“.
Katholischer Frauenbund und Kolpingfamilie werden gegründet
1924 wird der Katholische Frauenbund Steinweg gegründet. Lehrer Schmid übernimmt die Leitung des Kirchenchores vom scheidenden Kaplan Hilburger. Die Chronik des Chores bricht nach dem Osterprogramm 1924 ab und wird erst 1963 mit Chorleiter A. Stich fortgesetzt. In dieser Zwischenzeit hat der Kirchenchor weiter existiert und gewirkt.
1925 wird eine neue Orgel für 7400 RM von der Orgelbaufirma Michael Weise Plattling angeschafft.
Am 25.2.1926 wird im Häringkeller von 18 jungen Burschen mit den Pfarrern von Stadtamhof Baptist Röger und Steinweg Ferdinand Neumann der katholische Gesellenverein Stadtamhof-Steinweg gegründet. Am 14.11.1933 erfolgt die Umbenennung in Kolpingsfamilie.
Spenden finanzieren die neue Kirchenglocke
1927 Anschaffung einer neuen Kirchenglocke (350 kg), da die alte Glocke aus dem Jahre 1731 in den Kriegsjahren (angeblich) abgeliefert werden musste. Die Kosten von 1560 RM wurden durch Spenden der Pfarrgemeinde aufgebracht.
Umbau und Erweiterung der Osterbergkirche
1931 werden Pläne für eine Erweiterung der Kirche vorgelegt. Das Landesamt für Denkmalpflege stellt fest:
“Die Osterbergkirche ist in ihrer äußeren Erscheinung so unbedeutend bzw. so verdorben, dass hier die Frage des Denkmalschutzes überhaupt ausscheiden kann. Dagegen ist das Innere mit seiner schönen Barockausstattung eine einheitliche und nicht unbedeutende Leistung.”
1933 wird die Kirche nach den Plänen von Architekt Heinrich Hauberrisser mit einem Kostenvoranschlag von 81.000 RM erweitert und umgebaut. Der hallenartige Anbau hat eine Länge von ca. 24 m, eine Breite von ca. 17 m und eine Höhe von ca. 15 m, der neue Chor eine Länge von ca. 9 m und eine Breite von ca. 9 m ohne Sakristei. Die Gesamtlänge einschließlich Vorhalle beträgt dann ca. 56 m, weil der Chor und ein Teil der alten Kirche abgebrochen und in den Neubau integriert werden.
Die zwei neuen Türme haben eine Höhe von ca. 25 m wie der alte Turm. Die Rundbogenfriese an den Traufen der Längsseiten werden nicht mehr ausgeführt, sondern durch einen zweibogigen Abschluss der Traufen ersetzt, wohl ein Zugeständnis an den Neuen Stil der Erweiterung.
Während der Bauzeit dient das Mädchenschulhaus als Ersatzkirche. Die Kapazität der Kirche wird von 90 auf 500 Sitzplätze vergrößert. Der Bau findet allgemeinen Beifall. Allerdings wird der alte Turm als „disziplinwidrig“ empfunden: „er soll verschwinden!” Ebenso soll die “romanisierende Vorhalle dem gesunden Stil des Neubaus angeglichen werden”, laut Dr. S. im Regensburger Anzeiger vom 29.10.1933.
Erzbischof Michael Buchberger weiht den Umbau ein
Benediktion der erweiterten Kirche am 29.10.1933, feierliche Konsekration durch Erzbischof Michael Buchberger am 27.5.1934. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 114.000 Mark, wovon in der Pfarrei über 20.000 Mark gesammelt wurden.
Pfarrer Ferdinand Neumann stirbt
Am 2.10.1934 verstirbt Pfarrer Ferdinand Neumann im Alter von 55 Jahren. Kooperator Martin Lehner wird Provisor bis zum 11.12.1934.