Pessach und Ostern – Wurzeln, die verbinden
- 31.03.2026 | Heilige Dreifaltigkeit | Pfarrheim
Was bedeutet das Pessachfest im Judentum – und was hat es mit unserem christlichen Glauben zu tun? In der Karwoche wurde im Pfarrheim gemeinsam ein Pessachmahl gefeiert. Dabei ging es nicht um Nachahmung, sondern um ein besseres Verständnis: für die jüdische Tradition, ihre Rituale und ihre Bedeutung. Im gemeinsamen Beten, Singen und Essen wurde erfahrbar, wie eng Pessach und Ostern miteinander verbunden sind – und wie viel sich erschließt, wenn man sich auf diese Wurzeln einlässt.
Im Pfarrheim versammelten sich 13 Teilnehmende, um das Pessachmahl kennenzulernen – nicht als bloße Abfolge von Ritualen, sondern als lebendige Erinnerung an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten. Begrüßt wurden diese vom Tischvater mit einer rituellen Händewaschung zur spirituellen Reinigung und Vorbereitung auf die Handlungen des Sederabends. Schritt für Schritt wurde dann durch den Ablauf geführt: vom gemeinsamen Lesen der Texte über symbolische Speisen bis hin zu Gebeten und Liedern, die seit Jahrhunderten weitergegeben werden.
Dabei wurde deutlich, dass viele Elemente nicht für sich stehen, sondern eine tiefere Bedeutung tragen. Bittere Kräuter erinnern an die Erfahrung von Leid und Unterdrückung, ungesäuertes Brot an Aufbruch und Neuanfang. Alles ist eingebettet in eine Erzählung, die nicht nur Vergangenheit beschreibt, sondern immer wieder neu in die Gegenwart spricht.
Gerade in der Karwoche eröffnet dieser Zugang eine besondere Perspektive. Das letzte Abendmahl Jesu steht in engem Zusammenhang mit der jüdischen Pessachtradition. Wer deren Hintergründe kennt, versteht auch zentrale Elemente des christlichen Glaubens neu – etwa die Bedeutung von Erinnerung, Gemeinschaft und Hoffnung.
Das gemeinsame Erleben – Beten, Singen und Essen – machte diese Zusammenhänge greifbar. Es ging nicht um eine perfekte Darstellung, sondern um ein achtsames Annähern und ein respektvolles Verstehen. Organisiert wurde der Abend von Tanja Hansen-Kuklinsky, die Rolle des Tischvater übernahm Felix Schamburger und für die musikalische Begleitung zu den Liedern sorgte Markus Fuchs.
So wurde der Abend nicht nur zu einer Einführung in eine andere religiöse Tradition, sondern auch zu einer Vertiefung des eigenen Glaubens – getragen von Gemeinschaft, Austausch und der Erfahrung, dass Glauben immer auch im Miteinander wächst.