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    • 20230611 PGD Fronleichnam Nachbericht

    Prangertag bei Königswetter in Stadtamhof

    Erstellt am: 15.06.2023 18:09 | Aktualisiert am: 29.02.2024 17:38

    11.06.2023 | Hl. Dreifaltigkeit & St. Magn | Fronleichnamsfeierlichkeiten

    Bei Königswetter versammelten sich die Gläubigen zum Gottesdienst im Innenhof der Hochschule für Kirchenmusik. Anschließend setzte sich der Fronleichnamszug unter Leitung von Msgr. Werner Schrüfer und Pfr. Nikolaus Grüner in Bewegung um an drei Altären in Stadtamhof das Sakrament der Eucharistie und die damit verbundene Nähe zu Gott durch Jesus Christus zu feiern.  Der Schlußsegen erfolgte in St. Andreas und beendete den Fronleichnamsumzug. Der gesellige Teil mit Bratwürstel vom Grill und gekühlten Getränken durch die Pfadfinder Steinweg fand dann wieder im Innenhof der HfKM statt. 

    Hier können Sie die Gedanken zu den drei Stationen nachlesen

    (Klick AUF TITEL ZUM ÖFFNEN DER TEXTE)

    Altar 1: Ruf zum Leben - Berufung zum Glauben

    Wir befinden uns in einem der schönsten Straßenzüge von Stadtamhof, ja der ganzen Stadt Regensburg. Viele empfinden die Straße Am Gries regelrecht als eine Idylle: schmucke Häuser, kleine Gärten, ruhige Atmosphäre – hier lässt es sich wirklich gut leben.

    Das war nicht immer so. Seit alters her siedelten sich hier die Schiffer und Fischer an, denen der Fluss Arbeit und Brot gab. Doch in regelmäßig-unregelmäßigen Abständen zeigte sich die Donau auch von ihrer hässlichen Seite: Stürme und langanhaltende Regenfälle setzten den ganzen Ortsteil und darüber hinaus unter Wasser. Man musste hilflos zusehen, das vieles, was man sich aufgebaut hatte, einfach weggeschwemmt wurde. Oder es wurde so in Mitleidenschaft gezogen, dass es unbrauchbar war. Neuanfänge und immer wieder von vorn anfangen waren also an der Tagesordnung. Den Griesbewohnern blieb nichts anderes übrig, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Es ist ein Grundgesetz unseres Daseins: Annahme des Lebens in guten wie in bösen Tagen. Und dann das Beste daraus zu machen.

    Einer Herausforderung der ganz anderen Art stellte sich hier am Gries die Tochter des Schiffmeisters Willibald Gerhardinger, Karolina Gerhardinger, die 1797 dort geboren wurde, wo heute das Kloster unserer Armen Schulschwestern steht. Wie andere erlebte Karolina vor gut 200 Jahren, dass 1809 die einzige Schule hier in Stadtamhof, die von Notre-Dame-Schwestern geführt wurde, aufgelöst wurde. Ohne Bildung und Erziehung – was sollte aus der nach- und heranwachsenden Generation werden? Insbesondere traf es ärmere Schichten, vor allem die Mädchen und jungen Frauen. Karolina Gerhardinger ließ sich zur Lehrerin ausbilden. Und da sie sehr im christlichen Glauben lebte, erkannte sie ihre Berufung, eine neue Form klösterlichen Lebens zu entwickeln. So entstand der Orden der Armen Schulschwestern, der heute in über 30 Ländern der Erde tätig ist. Damals war das eine bahnbrechende Leistung, besonders Mädchen eine gute Erziehung, geprägt durch die christliche Weltanschauung, zu ermöglichen. Heute nennt sich das „Frauenbildung“. Und hat nichts von seiner Aktualität verloren.

    Der Ruf zum Leben und die Berufung zur Nachfolge Jesu geschieht niemals im luftleeren Raum, sondern im Hier und Heute, immer vor Ort und den jeweiligen Situationen angemessen, immer im Herzen von Dir und mir.

    Altar 2: Die Erde unser gemeinsames Haus

    "Laudato si‘, mi‘ Signore – Gelobt seist du, mein Herr“. So sang es der heilige Franz von Assisi. Er erinnert uns in diesem Lobgesang daran, dass unsere Erde unser gemeinsames Haus ist, so wie eine Schwester, mit der wir das Leben teilen. Diese Schwester, unsere Mutter Erde, schreit auf wegen des Schadens, den wir ihr zufügen. Sie leidet unter dem Missbrauch, den wir durch unser ausbeutendes Verhalten begehen.

    Hier am Grieser Spitz sind wir unserer Natur besonders nahe, hier kann uns bewusst sein, welch großes Geschenk uns Gott mit seiner Schöpfung gemacht hat, hier soll uns bewusst werden, wie wir mit unserer Schöpfung umgehen sollen, damit alle Menschen und besonders die künftigen Generationen noch auf ihr leben können.

    Altar 3: Um Frieden und Versöhnung

    Diese Stele, die der Heimatverein Statt am Hoff 1994 hier aufstellen ließ, erinnert uns an ganz dunkle und bittere Tage im Zweiten Weltkrieg. Wo wir jetzt stehen, war ein Luftschutzbunker. Als hier bei einem Luftangriff im Oktober 1944 die Einwohner Schutz suchten, erhielt dieser Bunker einen Volltreffer: 48 Kinder, Frauen und Männer kamen ums Leben.

    Seit fast 80 Jahren leben wir hier in Deutschland in Frieden. Doch immer wieder kommen kriegerische Auseinandersetzungen in unsere Nähe, wie beispielsweise im Balkankrieg ab dem Jahr 1991, oder auch jetzt in der Ukraine. Es sind fürchterliche Bilder und Berichte, die nicht nur ganz Europa bewegen und bedrängen. Besonders wenn nationalistische und imperialistische Töne die Musik zwischen den Völkern und Ländern beherrschen, ist Gefahr für ein friedliches Miteinander in Verzug.

    Ungeachtet aller Bemühungen, der Ukraine in ihrem Ringen nach Freiheit, Unabhängigkeit und Gerechtigkeit zu unterstützen, mahnt uns diese Stele hier nicht nachzulassen, um Frieden und Versöhnung zu beten. Unser Herr Jesus Christus hat uns dazu aufgefordert, in den kleinen wie in den großen Geschehnissen nicht aufzuhören, die Macht des Gebetes zu pflegen. Und uns auch daran erinnert, dass nicht den Kriegstreibern und Gewaltherrschern, sondern den Friedensstiftern, Gewaltlosen und Barmherzigen das Reich Gottes verheißen ist.

    Bildgalerie

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    • Copyright: Jürgen Buchberger (JB), Gerhard Gallo (GG), Alexander Britzel (AB)
    • Aufnahmedatum: Sonntag, 11 Juni 2023
    • Aufnahmeort: Regensburg | Stadtamhof